Geschäftsbericht 2018

Strategie

Klare strategische Ausrichtung

Die EAA hat ihren Auftrag schneller erfüllt als bei Übernahme des Vermögens der ehemaligen WestLB AG prognostiziert. Nicht nur die ursprünglichen Abbauziele wurden regelmäßig übertroffen. Auch die finanziellen Reserven der EAA sind höher als erwartet.

 

Langfristige Planung für wertschonenden Abbau

Ihre Erfolge erzielte die EAA mit einer langfristig angelegten Strategie des ausgewogenen Abbaus: Werthaltige Positionen, die Erträge generierten und als risikoarm eingestuft werden konnten, wurden in der Regel bis zur Fälligkeit gehalten. Den Fokus richtete die EAA vor allem auf die Abwicklung von Problemengagements. Um Verluste zu minimieren, hat sie zahlreiche notleidende Kredite und Beteiligungen vor dem Verkauf restrukturiert und damit oft erhebliche Werte gehoben. Diese Strategie führte dazu, dass das verbliebene Portfolio jetzt zu mehr als zwei Dritteln über gute und mittlere Ratings verfügt und der Risikopuffer, der für die weitere Abwicklung zur Verfügung steht, größer ist als geplant.

Planung ohne verbindliches Enddatum – aber mit einer Zäsur 2027

Grundlage für die Tätigkeit der EAA und ihre bisherigen Erfolge ist der Abwicklungsplan. Er wurde 2010 bei der ersten Portfolioübernahme erstellt und 2012 im Zuge der zweiten Portfolioübernahme erweitert. Seitdem wird er unter Berücksichtigung neuer Analysen und Entwicklungen jährlich aktualisiert.

Der Abwicklungsplan schreibt jedoch kein Enddatum für die gesamte Abwicklung fest. Er setzt vielmehr eine Zäsur im Jahr 2027.

Gemäß der Planung soll die aktive Abwicklung durch die EAA im Jahr 2027 enden. Für das zu diesem Zeitpunkt noch vorhandene Restportfolio – die ursprünglichen Prognosen gingen von etwa 10 Mrd. EUR aus – soll die EAA spätestens zu diesem Zeitpunkt ein Konzept für eine abschließende Lösung vorlegen.

Matthias Wargers
Matthias Wargers
Sprecher des Vorstands
Christian Doppstadt
Christian Doppstadt
Mitglied des Vorstands

Optionen für eine weiter beschleunigte Abwicklung mit einem wirtschaftlich vorteilhafteren Ergebnis

  • Das EAA-Portfolio ist neun Jahre nach Beginn der Abwicklung kleiner und qualitativ besser als erwartet.
  • Das Marktumfeld ist verkäuferfreundlich und dürfte daher den Portfolioabbau aus heutiger Sicht weiter begünstigen.
  • Die notwendigen Dienstleistungen für das Portfolio wurden inzwischen auf private Anbieter verlagert. Das schafft Berechenbarkeit und Flexibilität für den künftigen Abbau.
  • Die EAA hat – trotz rückläufiger Erträge in Folge des Portfolioabbaus – seit 2012 Verluste vermieden und höhere Reserven aufgebaut als erwartet.

Diese Erfolge eröffnen Chancen, das Abwicklungsziel für 2027 bereits mehrere Jahre früher zu erreichen. Durch einen solchen vorzeitigen Abbau von Risiken sollen die finanziellen Interessen der Beteiligten gewahrt und deren Planungssicherheit und Bonität gestärkt werden.

  • Gemäß vorliegender Analysen und Markttests können die EAA-Bestände im derzeitigen Marktumfeld vorzeitig auf ein Volumen reduziert werden, das gemäß ursprünglicher Planung für das Jahr 2027 prognostiziert war.
  • Für die Deckung der Risiken aus dem dann noch verbleibenden Portfolio würden Teile des Eigenkapitals und der Risikovorsorge zur Verfügung stehen.
  • Das verbleibende Portfolio umfasst eine relativ geringe Zahl von Positionen, die sich für eine passive Verwaltung bis zur Fälligkeit eignen.
  • Nach vorliegenden Analysen kann dies relativ günstig und mit geringerem regulatorischen Aufwand erfolgen.
Horst Küpker
Horst Küpker
Mitglied des Vorstands

Damit erscheint es grundsätzlich möglich, die komplexen Abwicklungsstrukturen in heutiger Form vorzeitig zu verschlanken.

Ziel ist es, ein vorteilhafteres wirtschaftliches Ergebnis der gesamten Abwicklung zu erreichen.

Nach eingehender Analyse hat die EAA ein entsprechendes Konzept vorgelegt, das sie derzeit intensiv mit ihren Gremien und Beteiligten diskutiert und weiter validiert.

Das Kernziel der EAA bleibt es, den Haftungsschirm ihrer Beteiligten – und damit die öffentlichen Haushalte – nicht in Anspruch zu nehmen.